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Geschichte

wie alles begann ...


1987 - Nixdorf-Berufsschule öffnet ihre Tore für externe Schüler


Ein halbes Jahr ist sie jetzt „alt": die nixdorfeigene Berufsschule des ATIW (Ausbildungszentrum für Technik, Informationsverarbeitung und Wirtschaft). Über 900 Schüler drücken hier abwechselnd die Schulbank zum Blockunterricht: ein Drittel hat jeweils Unterricht, während die anderen im Unternehmen ausgebildet werden. Künftige DV- und Industriekaufleute, Kommunikationselektroniker, Industriemechaniker, Werkzeugmechaniker und Teilezurichter erhalten das schulische Rüstzeug für ihren Beruf. Dabei werden ständig zwölf Klassen parallel unterrichtet.

Künftig sollen es noch mehr werden. Als staatlich anerkannte Berufsschule bietet das ATIW jetzt auch Auszubildenden anderer Unternehmen sein qualifiziertes, fortschrittliches Unterrichtssystem an. In bestehenden Klassen sind Plätze reserviert, bei großer Nachfrage können auch zusätzliche Klassen eingerichtet werden. Das Angebot richtet sich vor allem an angehende Datenverarbeitungskaufleute.

Helmut NowakLeiter der „Ersatzschule", wie sie zur Unterscheidung zu staatlichen Berufsschulen bezeichnet wird, ist Helmut Nowak. Zusammen mit Peter Hascher ist er auch Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH ATIW, die das „Dach" über der Berufsschule bildet.
18 Lehrkräfte vermitteln gegenwärtig ihren Schülern Inhalte aus allgemeinbildenden und berufsbezogenen Fächern. Großer Wert wird, wie auch in der betrieblichen Ausbildung, auf das Fach Sport gelegt.

Helmut Nowak: „Unsere Schüler erhalten mit vier Wochenstunden die doppelte Anzahl wie vorgeschrieben." Als Fremdsprache wird Englisch unterrichtet. Spanisch und Französisch vermittelt bei Bedarf die betriebliche Ausbildung.




Die Ausstattung der Schule ist vorbildlich. Neben den zwölf Klassenzimmern stehen drei moderne Labors für die Bereiche Personal Computer, Mechanik und Elektronik und das Nixdorf-Rechenzentrum zur Verfügung. Für Programmierung und Softwareanwendung werden (je nach Anforderungen) sowohl das PC-Labor als auch das Rechenzentrum genutzt. Das Rechenzentrum ist ausgestattet mit den Nixdorf-Systemen 8860, 8870, Targon 35 und 8810 M55.




Das Mechaniklabor ist großzügig bestückt mit modernen Baueinheiten zur Pneumatik. Hier können die Schüler die Steuerungstechnik unter Einsatz von Druckluft unter besonders günstigen Bedingungen kennenlernen. Im Elektroniklabor können sie sich mit Analog- und Digitaltechnik, Meß- und Regelungstechnik sowie der Microprozessortechnik vertraut machen. In der Microprozessortechnik kommen von Nixdorf eigens für die Ausbildung entwickelte Systeme zum Einsatz. Grundgerüst des Unterrichts bilden natürlich die Lehrpläne des Kultusministers. Aber vervollständigt wird der Stundenplan nach den Wünschen des Unternehmens mit seinen individuellen Anforderungen an die zukünftigen Mitarbeiter.






Ein höheres Unterrichtsniveau versteht sich da von selbst. „Die Schule soll vor allem fächerübergreifendes Denken fördern und ganzheitliche Wissenszusammenhänge knüpfen, denn die Schüler müssen später im Beruf Informationsverarbeitung und Anwendung als System betrachten und behandeln", so Helmut Nowak zum Unterrichtsziel.
Der Stellenwert der Berufsschule und die Anerkennung des hohen Ausbildungsgrades bei Nixdorf durch das Land läßt sich aus der Tatsache erkennen, daß dem ATIW die Genehmigung von Anfang an erteilt wurde.
 
„Wichtig ist das Denken in Zusammenhängen”

In der Regel wird den Schulen mit privater Trägerschaft zunächst eine vorläufige Erlaubnis erteilt. Ein weiterer Vorteil unserer Berufsschule liegt auf der Hand: Durch die räumliche und personelle Anbindung (das ATIW hat seinen Platz im Paderborner Nixdorf-Werk) ist der Kontakt zwischen Schule und unserer Ausbildung täglich vorhanden, Ausbildungsinhalte können so aufeinander abgestimmt werden. Die Idealvorstellung eines Berufsschullehrers, der im engen Kontakt mit der Praxis steht und mit den ständigen technologischen Entwicklungen Schritt hält, kann unter diesen Bedingungen tatsächlich verwirklicht werden. Helmut Failenschmid, Leiter des Bereichs Elektrotechnik und Metall im ATIW: „Bei Fragen oder Problemen können wir uns direkt an Mitarbeiter des Unternehmens, die oft nur einen Flur oder ein Stockwerk entfernt arbeiten, wenden."

Den zweiten, kaufmännischen Bereich der Schule, Wirtschaft und Datenverarbeitung, leitet Josef Hüffer. Durch eine Ausweitung des Lehrpersonals soll zum einen dem steigenden Bedarf, zum anderen der Fortbildung entsprochen werden. Helmut Nowak: „Mit mehr Personal können wir längere Praxiseinsätze zur individuellen Weiterbildung der Lehrer einrichten."

Für die Zukunft hat sich das ATIW noch ein weiteres Projekt vorgenommen. Es will Grundlagenkurse zur Weiterbildung von interessierten Mitarbeitern anbieten, die noch keine Gelegenheit hatten, sich in die Datenverarbeitung einzuarbeiten. Außerdem sollen solche Kurse externen Schülern, Studenten und Lehrern angeboten werden.